Die wichtigsten Begriffe der Chorleitung: Dirigiertechnik einfach erklärt
Von Auftakt bis Subdivision. Was du wissen musst, um in Proben und Fortbildungen sicher zu sein.
Wer Chorleitung lernen will, begegnet schnell einer eigenen Fachsprache: in Partituren, in Fortbildungen, im Gespräch mit erfahrenen Kolleginnen und Kollegen. Manche dieser Begriffe kennt man aus dem Musikunterricht, aber oft nicht genau genug, um sie sicher zu verwenden. Andere begegnen einem zum ersten Mal. Dieser Überblick über die wichtigsten Grundbegriffe der Dirigiertechnik gibt dir das Vokabular, das jede Chorleitung sicher beherrschen sollte.
Dieser erste Teil klärt die Begriffe aus der Dirigiertechnik. Klar, kompakt, ohne Lehrbuchton. Im zweiten Teil geht es dann um die Probensprache: Stimmprobe, Tuttiprobe, Generalprobe und mehr.
Auftakt
Die vorbereitende Geste unmittelbar vor dem ersten Einsatz, oder vor jedem neuen Einsatz nach einer Pause. Der Auftakt ist die wichtigste einzelne Geste im Dirigieren. Er trägt alles in sich, was der Chor für den Einsatz braucht: Tempo, Dynamik, Charakter und den Atemimpuls. Ein guter Auftakt sagt dem Chor alles, bevor die erste Note klingt.
Schlagfiguren: 2er, 3er, 4er, 6er
Die geometrischen Bewegungsmuster der dirigierenden Hand, die Taktart und Zählzeiten darstellen.
Der 2er geht Runter, Rauf. Er gilt für den 2/4- und den 2/2-Takt.
Der 3er geht Runter, nach Aussen, Rauf. Er gilt für den 3/4-Takt.
Der 4er geht Runter, nach Aussen, nach Innen, Rauf. Er gilt für den 4/4-Takt, den häufigsten Takt in der Chorliteratur.
Der 6er wird je nach Tempo als sechs Einzelschläge oder als grosser 2er dirigiert.
Ictus / Schlagpunkt
Der exakte Auftreffpunkt eines Schlages, der Moment, auf den der Chor reagiert. Gemeint ist nicht die gesamte Schlagbewegung, sondern ihr Zielpunkt. Ein klarer Ictus ist die Grundlage für ein lesbares Dirigierbild.
Schlagebene
Die imaginäre horizontale Fläche, auf der alle Ictus-Punkte liegen, idealerweise auf Brusthöhe. Alle Schläge landen auf dieser Ebene. Eine klare, konsistente Schlagebene gibt dem Chor Orientierung.
Abschlag
Die Geste, die das Ende eines Tons, eines Abschnitts oder eines Stückes signalisiert. Der Abschlag ist das letzte Wort der Chorleitung. In vielen Proben wird er zu selten explizit geübt.
Fermate
Ein Zeichen (𝄐), das einen Ton länger als notiert hält. Wie lange, entscheidet die Chorleitung. Wichtig ist dabei zweierlei: Die Fermate muss aktiv gehalten werden, mit einer klaren Haltegestik. Und sie muss mit einem ebenso klaren Vor-Abschlag aufgelöst werden. Eine Fermate, die einfach verfällt, schafft Unklarheit.
Subdivision
Das innere Unterteilen eines Schlages in kleinere Einheiten. Wer einen 4/4-Takt innerlich in Achtelnoten unterteilt, spielt die Subdivision. In langsamen Tempi oder bei präzisen Übergängen kann die Chorleitung die Subdivision auch äusserlich zeigen, durch kleinere Zwischenschläge.
Das waren die wichtigsten Begriffe aus der Dirigiertechnik. Im zweiten Teil dieser kleinen Serie geht es um die Probensprache: Stimmprobe, Tuttiprobe, Durchlauf, Hauptprobe, Generalprobe, Divisi und Stimmkreuzung.
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